Palettenware |

Palettenware

Als Palettenware werden Verkaufsgüter bezeichnet, die von Großhändlern aus Retouren, Insolvenzen oder Überschussproduktionen erworben und für den Vertrieb gebündelt werden. Dabei kann es sich ebenso um fabrikneue und erstklassige A-Ware wie auch um zweite Wahl (B-Ware) handeln. B-Ware kann leichte Beeinträchtigungen aufweisen, ist aber funktionstüchtig und zumeist neuwertig. Palettenware wird von Einzelhändlern eingekauft und in Märkten oder über den Onlinehandel den Endkunden angeboten. Über die großen Einkaufsmengen lassen sich mit Palettenware große Preisvorteile erzielen, die in Form von Sonderpreisen an die Endverbraucher weitergegeben werden können. Daher wird Palettenware zumeist von Restpostenmärkten aufgekauft.

Vorteile von Palettenware für den Einzelhandel
Für Einzelhändler kann es große Vorteile bieten, Palettenware im Großhandel einzukaufen, wenn sie eine entsprechende Nachfrage in ihrem Kundenkreis ausmachen. Palettenware überzeugt Kunden vor allem durch Schnäppchenpreise, die übliche Discounterpreise noch unterbieten. Um profitable Gewinnspannen zu erzielen, müssen der Einkauf, die Lagerhaltung und das Marketing für den Abverkauf gut geplant und durchdacht sein. Palettenware bietet für Einzelhändler interessante Möglichkeiten, Verkaufsstrategien zu entwickeln. Die Niedrigstpreise für Palettenware können beispielsweise dazu genutzt werden, Kombiangebote mit anderen Produkten zu entwickeln. Außerdem erhöht sich durch Sonderaktionen mit Palettenware die Kundenfrequenz im Geschäft, was bei geschickter Platzierung der Produkte zu erwünschten Mitnahmeeffekten führen kann. Wenn der Kunde schon einmal im Geschäft ist, lässt er sich vielleicht auch vom übrigen Sortiment überzeugen. Daher bietet sich eine Mischkalkulation an, in die besonders günstig erworbene Palettenware und zu üblichen Mengen und Preisen eingekaufte Ware integriert werden. Auf diese Weise lassen sich mit Palettenware gute Gewinnmargen erzielen.

Chancen und Risiken von Palettenware
Der Handel mit Palettenware ist für den Einzelhändler aber nicht völlig risikolos. Palettenware ist im Einkauf nur in großen Mengen zu haben. Zumeist handelt es sich außerdem um die Bündelung einer einzigen Produktvariante. Man erhält folglich große Mengen eines einzelnen Produktes, für das erste einmal eine Nachfrage erzeugt werden muss. Es ist daher empfehlenswert, die Bedürfnisse und Kaufgewohnheiten seiner Kunden möglichst genau zu kennen, um am Ende nicht auf größeren Mengen Palettenware sitzen zu bleiben. Ein etwas geringeres Risiko stellen Mischpaletten dar. Auf ihnen stellt der Anbieter mehrere Sorten und Modelle einer Warengruppe zusammen. Mit Mischpaletten kann der Einzelhändler seine Angebotsvielfalt vergrößern und gleichzeitig attraktive Sonderpreise auf viele Produkte bieten. Zu beachten ist allerdings, dass der Großhandel durch den Abverkauf von Palettenware anstrebt Lagerbestände abzubauen. Daher lässt sich häufig nicht präzise ermitteln, welche Produkte in welchen Mengen in Mischpaletten zusammengestellt wurden. Die Bestände genau zu erfassen und zu sortieren bleibt dann dem Einzelhändler überlassen. In jedem Fall sollten Zustand, Funktionsfähigkeit und Qualität der Waren überprüft werden, denn es ist nicht ausgeschlossen, dass sich in Retourenpaletten ungeprüfte oder defekte Produkte befinden.

Kunden für Palettenware finden
Ob man mit Palettenware als Einzelhändler Verkaufserfolge erzielen kann, hängt von einer guten Planung und Marketingstrategie ab. Kunden durch spektakuläre Sonderpreise zu gewinnen, ist erwünscht, aber nicht immer erfolgreich. Beachtet werden sollte, dass Palettenware wegen der großen Mengen auch Logistik- und Lagerkosten verursacht. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass einige Produkte wie Lebensmittel, Kosmetika und Software nicht besonders lange halten. Daher ist eine schnelle und gezielte Vermarktung der Palettenware geboten, mit der die Angebote dem Kunden bekannt gemacht werden.